Kinoabend: „Der Zopf“
Indien: Smita träumt davon, dass ihre Tochter in die Schule gehen und so dem Elend, in dem sie als „Unberührbare“ leben muss, entkommen kann. Italien: Giulia arbeitet in der Perückenwerkstatt ihres Vaters. Als dieser nach einem Unfall im Koma liegt, muss Giulia den Betrieb übernehmen und stellt dabei fest, dass das Familienunternehmen hoch verschuldet ist. Kanada: Die renommierte Anwältin Sarah soll zur Partnerin der Kanzlei befördert werden, als sie erfährt, dass sie schwer krank ist.
Drei Leben, drei Frauen, drei Kontinente – drei Schicksale, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Obwohl Smita, Giulia und Sarah sich nie begegnet sind, sind ihre Leben auf bewegende, einzigartige Weise miteinander verwoben. Drei Frauen erleben in drei Ländern mit jeweils spezifischer kultureller Prägung tiefgreifende Veränderungen in ihrem Leben. Die tägliche Routine bricht nach einem Schicksalsschlag teilweise oder völlig zusammen. Über eine Parallelmontage verbindet Lætitia Colombani diese drei Schicksale nun mit filmischen Mitteln. Im Jahr 2017 erschien der gleichnamige Roman von Colombani unter demselben Titel (Originaltitel La Tresse) in Frankreich. Obwohl die drei Geschichten in Anbetracht ihrer verschiedentlichen kulturellen Verortung kaum vergleichbare Schicksale sind, verweben sie sich auf einer gänzlich anderen Ebene als der der politischen oder religiösen.
Ein emotional packender Film, eine Ode an die Kraft der Frauen und den hohen Wert der Solidarität.
