Abgewehrte Trauer – Das Gefühlserbe der Nachkriegsgenerationen
Wie wirkt abgewehrte Trauer in nachfolgenden Generationen?
Welche Spuren hinterlassen Emotionen aus Krieg, Flucht und Verlust bei Kindern, Enkeln und Urenkeln der Erlebnisgeneration – und was bedeutet das für die Hospizarbeit?
Der Hamburger Coach und Autor Sven Rohde, Experte für transgenerationale Übertragungen, zeigt in seinem Vortrag, wie emotionale Abspaltung als Überlebensstrategie zu einem unbewussten „Gefühlserbe“ wird, das Familien bis heute prägt – mit Gefühlen von Ohnmacht, Pflichtgefühl, Kälte und Sprachlosigkeit.
Besonders in Pflegesituationen zeigt sich dieses Erbe in voller Wucht: Wenn Eltern hilfsbedürftig werden, brechen oft alte, nie bearbeitete Muster auf. Auch in Sterbebegleitung, Trauer und Nachlassfragen wird sichtbar, wie stark die Vergangenheit gegenwärtige Beziehungen beeinflusst.
Anhand biografischer Beispiele und Erkenntnisse aus der Psychotraumatologie verdeutlicht Rohde, wie diese Gefühlserbschaften weiterwirken, wie wir ihnen heilsam begegnen können – und welche Rolle dabei auch die eigenen Prägungen der Pflegenden spielen.
