Harald Jähner „Wunderland“

Als Deutschland sich neu erfand

Harald Jähner räumt in seinem neuen Buch „Wunderland“ mit dem Klischee auf, die Gründerzeit der Bundesrepublik – 1955 bis 1967 – sei bieder von Behaglichkeit geprägt. Natürlich war der Wunsch nach Normalität groß, nach dem unvorstellbaren Menschheitsverbrechen, das die Deutschen sich zu Schulden hatten kommen lassen. Aber das im Westen integrierte Deutschland erfand sich neu und die Wirtschaftswunderjahre waren ungleich bunter und vielfältiger, als wir bisher annahmen. Es war nicht mehr irgendeine Ideologie, die die Westdeutschen lenkte, es war die Freiheit des Einzelnen und in dieser mussten sich die Bürger erst mal zurechtfinden. Das Glück des Einzelnen wurde gemessen an den Statussymbolen des Wirtschaftswunders, aber bald schon sollte eine neue Generation beginnen, Fragen zu stellen und aufzubegehren. Wieder ein zeitgeschichtliches Buch, geschrieben von einem begnadeten Erzähler, der dem Leser Geschichte hautnah näherbringt.