Konzert „Meisterwerke der Romantik“
Mit dem Begriff »Romantik« verbinden sich Vorstellungen von Empfindsamkeit und überbordenden Gefühlen. Im Europa des 19. Jh. betrifft diese Idee nicht nur Musik, Dichtung und Malerei, sondern auch das soziale Leben und die individuelle Stimmung. Als Gegenbewegung zur rationalen Aufklärung rückten nun Naturverbundenheit, Sehnsucht und das Mystische ins Zentrum allgemeinen Interesses.
Einen Eindruck der Dynamik, Phantasie und Ausstrahlung dieser schwärmerischen Zeit bietet das Konzert des Collegium Instrumentale Stuttgart am Dienstag, 8. September um 20 Uhr in der Pfarrkirche St. Jodok in Ravensburg. Das Programm eröffnet mit Carl Maria von Webers »Freischütz-Ouvertüre«. Im Vorspiel zu seiner Oper um den Jägerburschen Max und seinen Pakt mit dem Teufel entwickelt Weber bereits das Tableau an Themen und düsteren Schauplätzen, aber auch viele Facetten des großen, frühromantischen Orchesterklangs. Die hinreißenden Hornsoli und der Aufstieg aus dem leisen Streicherbeginn lassen bereits die Dramatik der Opernhandlung durchscheinen.
Solist in im hochvirtuosen Violinkonzert von Johannes Brahms ist der Hamburger Geiger Gustav Frielinghaus. Erst mit 45 Jahren traute sich Brahms, mit einem Stück für Sologeige an die Öffentlichkeit zu treten. Die Vorläufer Beethoven und Mendelssohn schienen unerreichbar, und Brahms war mit der Technik des Geigenspiels nicht vertraut. Das Ergebnis der langen, kräftezehrenden Kompositionsarbeit, bei der ihm der Geiger Joseph Joachim als Ratgeber zur Seite stand, ist ein fulminantes, beispielloses Werk, in dem Solovioline und Orchester ebenbürtig zu Wort kommen – vom kämpferischen Kopfsatz über die lyrischen Passagen des Adagio bis zum Finale mit ungarisch-folkloristischen Anklängen.
Zum Abschluss erklingt Felix Mendelssohn-Bartholdys vierte Symphonie, »die Italienische«. Hier vereinigt der Komponist alles, was romantische Orchesterkunst aufzubieten hat: Energie und Schwung, tänzerische Leichtigkeit und Freude, schließlich im »Saltarello« die leuchtende Bravour, die seiner Musik ungebrochene Popularität verleiht. Dirigent ist Albrecht Schmid.
