Open See Festival Stadtgarten

Vom 22. bis 24. Mai 2026 verwandelt sich der Stadtgarten Konstanz erneut in eine offene Bühne für Musik, Begegnung und Vielfalt – bei freiem Eintritt.

Pfingstwochenende im Stadtgarten Konstanz: Open See Festival feiert 25 Jahre

Wenn sich der Stadtgarten am Bodenseeufer über Pfingsten mit Leben füllt, ist es wieder Zeit für das Open See Festival. Seit 25 Jahren bringt der Kulturladen Konstanz Livemusik, Menschen und Sommer zusammen – offen, niedrigschwellig und mitten in der Stadt. Zwischen Konzertmuschel, Wiese und See entsteht für drei Tage eine offene Bühne für Musik, Begegnung und Vielfalt – bei freiem Eintritt und getragen von einem gemeinnützigen Verein.

Das Festival versteht sich dabei weniger als Abfolge einzelner Konzerte, sondern als durchgehender Raum. Regionale Acts treffen auf überregionale Künstler:innen, Newcomer stehen selbstverständlich neben etablierten Positionen. Auch in diesem Jahr sind die Gewinnerbands des Open See Contests – Sydra, Flowza, 2SILENT und Lohr – fester Bestandteil des Programms und zeigen, wohin sich die nächste Generation Live-Musik bewegt.

Der Freitag beginnt am frühen Abend und entwickelt schnell eine eigene Dynamik: Peter aus der Mozartstraße liefern lauten, kompromisslosen Indie-Rock mit Rapkante – verzerrte Gitarren, impulsive Drums und Vocals, die eher nach vorne gehen als sich zurückhalten. Sydra aus Freiburg knüpfen daran mit modernem Groove Metal an: massive Gitarren, präzise Rhythmen und eine Liveshow, die sich über die letzten Jahre spürbar geschärft hat. Zum Abschluss übernimmt Nikra die Konzertmuschel und bringt einen Sound zwischen Rebellion, Gegenwart und Playlist-Generation auf die Bühne – roh, laut und bewusst ohne klare Genregrenzen. DJ-Sets kommen an diesem Abend von DJ Forelle, CHIAR!TA und Huftschwung.

Am Samstag öffnet sich das Programm stilistisch weiter: Flowza (Open See Contest) verbinden als Geschwister-Duo gemeinsam mit erweiterter Bandbesetzung Bossa Nova, Jazz, Hip-Hop und Folk-Pop zu einem Sound, der gleichzeitig leicht und emotional aufgeladen wirkt. 2SILENT, Gewinner des Open See Contests aus der Schweiz, setzen mit cineastischem Modern Rock auf rohe Intensität und klare Dramaturgie. Mit Choose the Juice – präsentiert vom Kultling Festival – folgt eine Reise durch sphärischen Neo-Psychedelic und Shoegaze, getragen von dichten Gitarrenflächen, Synths und progressiven Strukturen. Den Abschluss bildet yara mit deutschsprachigem Indie-Rock, der zwischen hedonistischen Momenten, Weltschmerz und dadaistischen Brüchen pendelt. Für die musikalischen Übergänge sorgen DJ-Sets von Debbs vom Dienst, Thera, Benzo und OB8.

Der Sonntag bringt eine andere Geschwindigkeit ins Spiel: TöFs Rappelkiste eröffnen mit einem Familienkonzert, das eher Mitmach-Performance als klassisches Kinderprogramm ist – poppig, verspielt und mit Bläsersatz erweitert. Yasin + LateNightBand verbinden Hip-Hop-Flows mit Brass-Section, Soul-Vibes und Pop-Rock zu einer energiegeladenen Liveshow, die sich mühelos zwischen entspanntem Groove und Eskalation bewegt – und gleichzeitig an ihren ersten Open-See-Auftritt 2021 erinnert. Lohr aus Heidelberg, ebenfalls Gewinner des Contests, bewegen sich zwischen tanzbarem Indie-Pop und emotional aufgeladenen Balladen. Mit LOMA REQS folgt eine der eigenständigsten Positionen des Wochenendes: eine Kollision aus kurdischer Poesie, elektronischer Musik, Improvisation und Rap, getragen von der Stimme von Hêja Netirk und den Produktionen von Rico Danta – archaisch und futuristisch zugleich. Den Abschluss bildet DA CRUZ, deren Sound Baile Funk, Afrobeat, Dub und Hip-Hop verbindet und politische Themen in eine unmittelbare, körperliche Energie übersetzt. Begleitet wird der Tag von DJ-Sets von chrizzly, julius909 und Leopardy.

Von Freitag bis Sonntag gibt es durchgehend ein vielfältiges Angebot an Speisen und Getränken – von Banh Mi (FungiFeeds) über Wurstspezialitäten (Glockes Wurstand) und Holzofen-Dennede bis hin zu Wraps und Kässpätzle vom Freisam Foodtruck.

Dass das Open See Festival in dieser Form stattfinden kann, ist vor allem dem ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder sowie dem KULA-Team des Kulturladen Konstanz e.V. zu verdanken, die Organisation und Umsetzung des Wochenendes tragen. Ergänzt wird dies durch öffentliche Förderung und die Unterstützung regionaler Partner, ohne die ein kostenfreies Format dieser Art kaum realisierbar wäre.

Gefördert wird das Festival durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie das Kulturamt der Stadt Konstanz. Weitere Unterstützung leisten unter anderem R2 – Licht und Tontechnik, Waldhaus, Steidle Gartenanlagen, die Stadtwerke Konstanz, Hämmerle und der ProfiShop.