Rainer von Vielen

Acht Jahre haben sie sich Zeit gelassen. Nun stellt die Allgäuer Band Rainer von Vielen ihr neues Studioalbum „Bergen“ im T:K vor – und feiert die Premiere mit einem exklusiven Albumkonzert, bei dem erstmals alle Songs des Longplayers in voller Länge und Reihenfolge live interpretiert werden. Die neuen Songs sind persönlich, fast intim. Viele ent[1]standen im Rahmen des autobiografischen Theaterstücks RÄUBERLEITER (S. 24), und genau das spürt man: hier geht es um gelebte Erfahrungen. Das Akkordeon atmet, die Gitarre erzählt, das Klavier tröstet, der Bass erdet, das Schlagzeug treibt voran. Im Vergleich zu früheren Alben tritt der einstige Rock-Appeal in den Hintergrund. Ver[1]zerrte Gitarren sucht man vergebens – und dennoch bleibt die Band ihrer Genre-Vielfalt treu. Zwischen orga[1]nischer Akustik, poetischer Klangmalerei und mitreißenden Rhythmen entsteht ein facettenreiches Werk, das Tiefe und Energie verbindet. Textlich wird es existenziell: Es geht um Abschiede, um Trauer, um die Vergangenheit – aber auch um Hoffnung und Versöhnung. Dieses Album will nicht gefällig sein, es will nicht gefallen – es will ehrlich sein. „Die Zeit der großen Posen ist vorbei“, heißt es in „Du und ich und alle“. Keine leeren Gesten, kein Pathos. Einfach nur Wahrhaftigkeit. Mutig, direkt, ungeschminkt. Ein Abend zwischen Rückblick und Aufbruch. Zwischen Vertrautem und Neuem. Zwischen Bergen und Tal.